Yasmin erzählt uns, welche Vorteile ein duales Studium bietet und warum Netzwerke für Frauen im Job so wichtig sind.

y interview2Wie bist du darauf gekommen, Elektrotechnik zu studieren?

Ich habe mir überlegt, welche Prioritäten ich habe bzw. was mir im Leben wichtig ist. Dazu gehört, dass ich Abwechslung brauche, gerne reisen und auch ein gutes Auskommen haben möchte. Danach habe ich im Netz recherchiert, welche Berufe und Studienfächer mit genau das ermöglichen und bin auf die Ingenieurwissenschaften gestoßen.

Welche Vorteile hat ein duales Studium?

Ich lerne am besten, wenn ich direkt in die Umsetzung komme. Ich muss das, was ich höre und lese, direkt ausprobieren und sehen, dass das wirklich einen Sinn hat. Dadurch merke ich mir Sachen besser und brauche sie nicht stumpf auswendig lernen. Genau das ermöglicht das duale Studium - mal abgesehen davon, dass ich weiß, was neben der reinen Kompetenz noch zum Arbeitsalltag gehört. Nicht zu verachten ist außerdem, dass ich sehr gute Chancen auf eine Übernahme im Anschluss hatte - in verschiedenen Abteilungen, in denen ich meine Praktika absolviert habe.

Würdest du ein großes Unternehmen immer einem mittelständischen vorziehen?

Wie immer kommt es drauf an. Das Großunternehmen bietet unendliche Chancen. Man kann international neue Stellen antreten und verschiedene Abteilungen kennenlernen und dort über Kontakte neue Arbeitsmöglichkeiten entdecken. Allerdings geht man als stark introvertierte Person ab und an unter. Daher muss man sich in Großunternehmen oft behaupten und an seiner Sichtbarkeit arbeiten, sofern die Karriere aus mehr als nur einer Stelle bestehen.

Wie wichtig ist es, dass sich Frauen in Job gegenseitig unterstützen?

Es ist essenziell. Netzwerke sind das A und O im Berufsleben und da es schon sehr starke männlich dominierte Netzwerke gibt, ist es an der Zeit, dass auch wir Frauen Plattformen schaffen und leben, in welchen wir uns offen und frei austauschen können. In männlich dominierten Berufen gibt es immer noch Erfahrungen, die nur Frauen machen und zu denen der Austausch mit anderen Frauen sehr wertvoll ist. Außerdem erhöht es die Chancen, neue Jobmöglichkeiten zu erreichen.

Hat sich deiner Meinung nach die Unternehmenskultur in den letzten Jahren geändert?

Der Fokus, Frauen mehr zu unterstützen ist zwar gestiegen, allerdings spüre ich oft immer noch Unbehagen bei dem Thema Frauenquote o.Ä. Das ist sehr schade, denn Probleme müssen offen angesprochen werden, um behoben werden zu können. Die Unterbesetzung von Frauen in technischen Berufen und auch Führungspositionen darf kein Tabu-Thema sein und zum Glück wird genau daran von vielen Frauen und auch Männern gearbeitet.
Es heißt dranbleiben und dem Gegenwind standhalten!